Von Michael Viol.

Ab und an soll man ja mal die eigene Comfort-Zone verlassen. Mal wieder etwas tun, was man nicht jeden Tag tut. Etwas wo die Prozessen nicht 1000 mal durchgespielt und duschoptimiert sind. Wo man sich mal wieder auf neue Situationen und Gegebenheiten einlassen muss.

Also zumindest hör ich das häufig. Aber zugegeben fühlt es sich hinterher tatsächlich immer irgendwie gut an. Zumindest wenns gelingt.

Michael Viol von We Are Producers bei ProSieben Sat1 Newstime Spezial Interviews am Potsdamer Platz in Berlin

Wovon rede ich eigentlich? Falk und Ich haben das Podcast-Studio für ein paar Tage verlassen um für unsere Partner und Freunde von Apedivision bei einer TV-Produktion für ProSieben Sat.1 das Sound-Departement zu übernehmen: Für die Newstime Spezial Interviews mit Spitzenpolitikern einiger Parteien.

Nun könnte man denken: „Ihr macht doch auch Video-Podcasts. Ist das nicht irgendwie das gleiche?“ Schön wärs. Beim Fernsehen steht natürlich immer das Visuelle im Vordergrund. Da will zum Beispiel niemand große, klobige Mikrofone sehen. Dabei sind Mikrofone doch was Schönes. Also finde ich. Aber wer bin ich schon?

Natürlich soll auch der Ort an dem sowas stattfindet möglichst schön sein. Was läge da näher als eine vollverglaste, spitz zulaufende Büroetage im 16. Stock eines Hochhauses am Potsdamer Platz? Beeindruckendes Berlin-Panorama. Wirklich mal ein außergewöhnlicher Arbeitsplatz verglichen mit einem Tonstudio im Erdgeschoss. Akustisch hingegen ein absoluter Alptraum eine Herausforderung.

Klemmt euch mal ein kleines Mikrofon auf die Brust und stellt euch zwischen zwei Glaswände. Da wünscht man sich plötzlich sehr in die kontrollierte Umgebung seines geliebten Studios zurück. Und will vor allem die klobigen Mikros. Diese herrlich klobigen Mikros. Aber ich schweife ab.

Falk Andreas von We Are Producers bei ProSieben Sat1 Newstime Spezial Interviews am Potsdamer Platz in Berlin

Falk Andreas am Aufnahmeset von Newstime Spezial am Potsdamer Platz in Berlin.

Wir bereiteten also an zwei Tagen vor dem ersten Interview gemeinsam mit dem Filmteam alles vor. Die Produktion war nicht live musste aber sehr zeitnah sendefähig ausgeliefert werden. Teils fanden die Interviews nur wenige Stunden vor Ausstrahlung statt. In Gedanken wünschte ich mir unser Studio mit all seinen technischen Möglichkeiten her, damit wenigstens in der Nachbearbeitung aus dem Vollen geschöpft werden könne.

Warum eigentlich nicht, dachte ich. Kurzerhand schlug ich dem Team vor, dass Falk und ich uns an den Produktionstagen aufteilen. Er vor Ort, ich im Studio. Kurz nach der Aufnahme würde Falk mir die Audio-Dateien hochladen. Das Filmteam vor Ort beginnt mit dem Schnitt auf Basis der aufgenommenen Original-Tonspuren. Während sie mit dem Bildschnitt beschäftigt waren streute ich im Studio kiloweise Feenstaub über die Dateien und schickte sie innerhalb der selben Stunde zurück. Die wurden dann einfach gegen die Originale ausgetauscht und fertig waren die Videos. Best of both worlds, oder so ähnlich.

Jedenfalls ist es auf diese Art gelungen und fühlte sich entsprechend gut an. Dem Filmteam kam das übrigens auch sehr entgegen, da sie sich um eine Sache weniger kümmern mussten. Aufmerksame Leser*innen bemerken an dieser Stelle natürlich, dass ich mich letztendlich doch wieder in die Comfort-Zone geschlichen hab. Mit einem Bein zumindest.

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